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Reisebericht

 

 

Der Fluss der Bären – McNeil River, Alaska

McNeil River, Alaska ist ein echter Geheimtipp für alle Bären- und Naturliebhaber.

Wir hatten nun bereits schon zum zweiten Mal die Gelegenheit, diesen Ort zu besuchen.

Doch was ist es, was dieses Gebiet im Südwesten Alaskas so besonders macht?

Das Naturschutzgebiet rund um den McNeil River befindet sich im Südwesten Alaskas, nördlich des bekannten Katmai-Nationalparks. Es liegt inmitten unberührter, menschenunfreundlicher Wildnis, weitab von jeglicher Zivilisation. Keine Straße führt hierhin – wer diesen Flecken Natur bestaunen will, muss mit einem Wasserflugzeug anreisen.
 

  

Das Gebiet ist sehr viel kleiner als der Katmai-Nationalpark, aber auf keinen Fall weniger spektakulär – ganz im Gegenteil: McNeil River ist ein Schutzgebiet für Braunbären, die sich hier in großer Zahl aufhalten. Der Fluss ist Ziel der Wanderung vieler verschiedener Lachsarten während des Sommers – ein Paradies für Bären!

Bereits Anfang Juni beginnt die Lachswanderung am nahegelegenen Mikfik-Creek, einem kleinen Seitenarm des McNeil Rivers. Schon hier kann man die Grizzlys dabei beobachten, wie sie die Lachse fangen, um sich ihren für den harten alaskanischen Winter so nötigen Winterspeck anzufressen.

Ab Anfang Juli dann strömen die Lachse flussaufwärts zum McNeil River womit die „Hauptsaison“ beginnt. In großer Zahl kommen nun die Grizzlys zu den McNeil River Falls um die Lachse auf ihrem beschwerlichen Weg durch die kleinen Stromschnellen zu fangen. In dieser Zeit kann man die weltweit größte Ansammlung von Braunbären hier am McNeil River beobachten. Bis zu 74 Bären zur gleichen Zeit wurden schon gezählt!

Diese einzigartige Konzentration war natürlich Anziehung für unzählige Touristen, die sich während der Sommermonate hier aufhielten. Dies führte jedoch unweigerlich dazu, dass es einige Male zu gefährlichen Zwischenfällen zwischen Mensch und Bär kam.

Im Gegensatz zu vielen anderen Nationalparks der USA, die ihre Kapazitäten erweitern um noch mehr Besucher aufnehmen zu können, begann man am McNeil River bereits im Jahr 1975 damit, die Besucherzahlen zum Schutz der Bären und der Menschen zu begrenzen. Seitdem dürfen sich nur noch 10 Besucher pro Tag hier aufhalten. Doch nicht nur das: Die Erlaubnis für einen Besuch am McNeil River, das sog. „Permit“, wird alljährlich mittels Losverfahren vergeben. Dabei haben die Einwohner Alaskas noch ein besonderes Privileg, denn 65% der jährlich insgesamt ca. 200 Permits werden ausschließlich an Alaskaner vergeben.

Man kann sich nun ungefähr ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen Nicht-Alaskaner ist, ein solches Permit zu bekommen. Nicht selten müssen Interessierte mehr als 10 Jahre lang an der Lotterie teilnehmen, um endlich zu den glücklichen Gewinnern zu zählen. Dem Permit-Programm und dem unermüdlichen Einsatz der Bärenforscher und Ranger ist es jedoch zu verdanken, dass seitdem kein Bär mehr getötet werden musste und kein Mensch mehr in eine lebensgefährliche Situation geriet.

Kann man nun als glücklicher Permit-Gewinner diesen unvergleichlichen Ort besuchen, darf man nicht mit Luxus rechnen.

Das Camp, welches den Besuchern zur Verfügung steht ist sehr einfach: Kein fließendes Wasser, kein Strom. Es besteht aus einer etwas größeren Holzhütte, die zum Kochen und zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und Waschutensilien genutzt werden muss. Alle stark duftenden Dinge, wie Lebensmittel, Waschsachen, Cremes oder Kaugummi  müssen hier aufbewahrt werden – Bären haben eine sehr feine Nase! Die Aufbewahrung von Lebensmitteln im Zelt kann sehr schnell lebensgefährlich werden!

 

Eine weitere kleinere Holzhütte dient als „Bad“. Hier befindet sich ein Holzofen, der einen großen Topf Teichwasser erhitzt, welches dem Besucher zum Waschen dient.

Des Weiteren befinden sich im Camp noch die Hütten für die Ranger, die sich den gesamten Sommer über hier aufhalten.

Alles andere wie Zelt, Schlafsack, Lebensmittel, Kochgeschirr usw. muss vom Besucher mitgebracht werden. Auch das zur Anreise benötigte Wasserflugzeug muss vom Besucher selbst gechartert (und natürlich auch bezahlt) werden.

 

Kein Urlaub „all inclusive“ also, wenn man den Fluss der Bären besuchen will.

Das Camp befindet sich ca. 4 Kilometer vom McNeil River entfernt in der Kamishak Bay. Der Wanderung vom Camp zum Beobachtungspunkt am Fluss ist anstrengend und führt teilweise durch Wasser (Watstiefel sind ein Muss) und knöchelhohen Schlamm. Da man im Bärengebiet unterwegs ist, ist es nicht selten, dass Bären sich auch auf dem Wanderweg aufhalten. Ca. 2 Stunden benötigt man für die Strecke.

 

 

 

Doch alle Anstrengung wird bereits mit dem ersten Blick auf den Fluss belohnt!

 

 

Der Beobachtungspunkt am Fluss hat zwei Ebenen auf denen sich die Besucher aufhalten können. Zwischen 5 und 6 Stunden verbringt man dann damit, die Bären zu beobachten und zu fotografieren. Dabei ist es sehr wichtig sich ruhig zu verhalten – keine hektischen Bewegungen, keine lauten Stimmen.

Die Bären sind oftmals sehr nah, bis auf ca. 3 Meter kommen sie an den Besucher heran.

 

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Etwas Angst ist schon immer dabei, wenn der Bär einem quasi „Auge in Auge“ gegenübersteht. Aber das Erlebnis ist einmalig! Und es ist einfach fantastisch zu entdecken, wie sich die einzelnen Bären voneinander unterscheiden, wie sie sich ihrer Rangordnung unterwerfen und wer der „Chef“ am Fluss ist.

 

           

 

Viele Eindrücke, Fotos und unvergessliche Erlebnisse haben wir von unserer diesjährigen Reise zum McNeil River mit nach Hause gebracht.

Dies möchten wir gerne an Bärenliebhaber und solche, die es vielleicht werden wollen weitergeben.

Mit freundlicher Unterstützung der Vogel- und Naturschutzgruppe Oberkleen laden wir am 6. und 7. November 2010 ins Alte Rathaus nach Oberkleen ein, wo wir dem interessierten Besucher Fotos und Film unserer Reise präsentieren werden.

Zusammen mit der Vogel- und Naturschutzgruppe freuen wir uns auf viele Besucher.

 

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Stand: 13. October 2010